Ein Blick
hinter die
Kulissen

Tag der offenen Tür

Am Samstag, 18. Oktober 2025, war in der Kläranlage des RHV Freistadt richtig viel los: Zahlreiche Bürger aus dem gesamten Verbandsgebiet kamen zur offiziellen Inbetriebnahme der Erweiterung und nutzten den Tag der offenen Tür, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Viele staunten, wie viel Technik nötig ist, damit unser Wasser wieder sauber in die Natur zurückkehren kann. Bei den Führungen durch die Anlage erklärte das Fachpersonal des RHV Freistadt die neuen Anlagenteile und die einzelnen Schritte der Abwasserreinigung. Besonders interessant: Abwasser wird in mehreren Stufen gereinigt – mechanisch, biologisch und technisch unterstützt.

5 Millionen Euro für die Zukunft

Mit einer Investition von rund 5 Millionen Euro wurde die Anlage in mehreren Bereichen weiterentwickelt:

  • Kapazitätserweiterung
  • höhere Betriebssicherheit
  • mehr Energieeffizienz

Damit zählt die Kläranlage heute zu den modernsten Anlagen der Region.

Stimmen aus Politik und Gemeinden

Bei der Eröffnungsfeier bedankte sich Geschäftsführer Gerhard Kerschbaummayr bei den Gründungsbürgermeistern für ihre damalige Weitsicht und die bereits vor über 30 Jahren gelebte interkommunale Zusammenarbeit.

Bürgermeister Christian Gratzl aus Freistadt hob den starken Zusammenhalt der Verbandsgemeinden hervor und betonte das gemeinsame „Wir“ auch für die Zukunft. Die weiteren Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden unterstrichen die sehr gute Zusammenarbeit im Verband über Parteigrenzen hinweg.

Mag. Johanna Jachs, Abgeordnete zum Nationalrat und Vizebürgermeisterin von Freistadt, verwies auf die große Bedeutung dieser Infrastruktur, die meist im Hintergrund arbeitet. Landesrat Stefan Kaineder spannte einen historischen Bogen von der Antike bis heute und erklärte, wie wichtig eine geordnete Abwasserentsorgung für die gesellschaftliche Entwicklung und den Umweltschutz ist.

Fotos: Pressedienst Land OÖ & Herbert Preslmaier

Neue Technik für mehr Sicherheit

Eine zentrale Neuerung ist die zweite Rechenstraße. Dadurch können größere Abwassermengen übernommen werden. Fast alle wichtigen Anlagenteile sind nun redundant, also doppelt vorhanden. Das erhöht die Betriebssicherheit deutlich. Das neue fünfte Belebungsbecken dient der Kapazitätserweiterung, damit steigende Schmutzfrachten ordnungsgemäß abgebaut werden können. Zusätzlich wurden große Energieverbraucher wie Pumpen und Belüfterkompressoren durch neue, energieeffizientere Aggregate ersetzt.

Mit dem neuen zweiten Faulturm wird der übrigbleibende Klärschlamm besser ausgefault und stabilisiert. Die dabei entstehende höhere Gasausbeute wird im neuen, größeren Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt. Ein zusätzlicher Gasspeicher ermöglicht einen flexibleren Betrieb, angepasst an den Energiebedarf der Anlage. So werden künftig 60 bis 80 Prozent des benötigten Stroms selbst erzeugt. Durch die neue, größere Photovoltaikanlage rückt die Kläranlage sogar nahe an die Energieautarkie.

Danke an alle Beteiligten

Die Geschäftsführung bedankt sich bei allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben, sowie bei den anwesenden Politikern, die mit ihrer Teilnahme und ihren Worten ihre Wertschätzung für die Arbeit des Kläranlagenpersonals zum Ausdruck brachten.